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Genesung und Psychose

Genesung und Psychose

Eine erste Episode der psychischen Störung prägt den jungen Erwachsenen und sein Umfeld. Die Situation wird als Umbruch empfunden, als Bruch mit dem früheren Leben. In diesem Zeitraum fühlt er sich oft erschlagen, auf seinem Lebensweg blockiert, wütend, rebellisch und verweigert sich dem Gedanken, krank zu sein.
Zudem müssen die mit der Erkrankung verbundenen Klischees überwunden werden, um die Hoffnung wiederzuerlangen. Für die jungen Erkrankten wie auch für ihr Umfeld ist das Wiedererlangen des Lebenswillens der erste Schritt zur Genesung.

Genesung

Die Genesung ist ein Prozess, in den sich der Erkrankte und sein Umfeld begeben, jeder in seinem Rhythmus. Der Weg zu Genesung besteht aus 5 Phasen, die bei jeder Person unterschiedlich lang sind. Die psychotischen Episoden werden zu Gelegenheiten, sich besser kennenzulernen und dort stärker zu werden, wo Schwachstellen entdeckt wurden.Es ist egal, ob im Laufe des Prozesses ein Schritt zurück in die vorangegangene Phase beobachtet wird oder ein Rückfall auftritt. Das ist Teil des Prozesses, des Wegs, der Erfahrung.

Im Lauf des Prozesses müssen das ganze medizinisch-soziale Team und die Familie offen, verfügbar, unterstützend und respektvoll mit allen umgehen, um den Weg begleiten zu können und plötzliches Bremsen zu vermeiden, das den Betroffenen davon abhalten könnte, aktiv an seiner Pflege mitzuwirken und seine Behandlung und Therapie fortzuführen

Berichte von Erkrankten, denen es gelungen ist, ihr Leben in den Griff zu bekommen, werden immer häufiger. Die Möglichkeiten zur ambulanten Behandlung ohne Einweisung in ein Krankenhaus werden immer vielfältiger. Die Medikamente können zudem besser gehandhabt werden, mit geringeren Dosierungen und präziseren Wirkungsmechanismen auf bestimmte Neurotransmitter, was stärkere und schwächere Nebenwirkungen vermeidet.

Da die Erkrankung die Wahrnehmung der Welt verformt und zu falschen Schlüssen führt, ist die medikamentöse Behandlung oft Teil der Behandlungsmethoden, die angewendet werden, nachdem ein Vertrauensverhältnis aufgebaut wurde und die Ängste und Nöte gelindert werden konnten. Daher besteht die erste Phase des Genesungsprozesses darin, die Hoffnung wiederzuerlangen und sich mit Hilfe der Fachkräfte so früh wie möglich auf seine Behandlung einzulassen.